Stillstand ist Rückgang!
Die Natur kennt kein Pardon. Gelenke, die für längere Zeit stillgelegt werden, führen zu erheblichen Bewegungseinschränkungen. So, wie die Muskeln durch den Gebrauch stärker werden, so werden sie durch den Nichtgebrauch schwächer. Aus dieser Sicht unterscheidet sich die Abträglichkeit längerer Ruhe für den Körper kaum von der Gefahr, die etwaige Überanstrengung mit sich bringt.
Nun ist es oft unumgänglich, während der Heilung von Sportverletzungen den betroffenen Körperteil einige Zeit stillzulegen. Diese Behinderung und die mit dem Klinikaufenthalt verbundene Untätigkeit bringen eine weitgehende Stillegung des gesamten Bewegungsapparates mit sich. Die Abbau- bzw. Rückbildungsprozesse, die nun - mangels Bewegungsreizen - überhand nehmen, verlangsamen wiederum den Heilungsprozeß. Diesen Teufelskreis kann das medizinische Muskelaufbautraining aufbrechen. Es ist ohne weiteres möglich, mit isoliert wirkenden Spezialübungen den Widerstand nur dort anzubringen, wo er erwünscht ist, und am verletzten Körperteil auszusparen. Aber auch mit den verletzten Körperteilen beginnt man so zeitig wie möglich mit dem Training, je nachdem wie weit die Heilungsphase vorangeschritten ist. Dabei ist es wichtig gerade bei verletzten Körperteilen, einen adäquaten Belastungsreiz entsprechend der Heilungsphase zu setzen. Völlig falsch ist die gängige Praxis, mit dem Training zu warten, bis der Gips weg ist. Sofern nicht der ganze Mensch in Gips liegt, soll er trainieren. Nach vorsichtiger Schätzung, aufgrund von Erfahrungen an verletzten Personen, verkürzt sich die Rehabilitationszeit durch Anwendung eines konsequent durchgeführten medizinischen Muskelaufbautrainings um mindestens 50%.